Wachsende digitale Fußabdrücke in der Tourismusbranche:
Wie Reiseagenturen bleibende Impressionen in der Social Media Landschaft hinterlassen

Wachsende digitale Fußabdrücke in der Tourismusbranche:
Wie Reiseagenturen bleibende Impressionen in der Social Media Landschaft hinterlassen

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Transformation

Bilder aus den Paradiesen dieser Welt – wohin das Auge reicht. Hashtags, die Lust auf Meer, Reisen, Sehnsucht und Urlaub machen. Ist es wirklich so einfach? Haben Touristikunternehmen einen Vorteil, „Comments, Likes & Shares“ zu generieren, weil wir das Thema Reisen oft mit dem lang ersehnten Urlaub verbinden? Wir wollten wissen, welche Unternehmen in den sozialen Medien aktiv sind und wie das „Reisebüro von Nebenan“ Facebook & Co. für sich nutzt.

 

Der deutsche Tourismusmarkt: Eine wachsende digitale Landschaft

Gemessen am Gesamtumsatz teilt sich der Touristikmarkt in Deutschland unter den bekanntesten Unternehmen auf. In der Reihenfolge ihrer Marktanteile sind das die TUI Deutschland, Thomas Cook, DER Touristik, FTI, Alltours, AIDA Cruises und Schauinsland Reisen. Vergleicht man dieses Ranking aber mit den Fanzahlen bzw. Followern der sozialen Netzwerke, so ergibt sich ein anderes Bild.
Die am häufigsten genutzten Social Media-Kanäle der oben genannten Unternehmen sind Facebook, Google+, Twitter, Instagram und YouTube. Facebook, Google+ und YouTube werden dabei von allen Reiseveranstaltern genutzt. Auf Instagram finden wir immerhin vier der genannten Unternehmen. In Deutschland hat das Touristikunternehmen TUI, mit über 3 Mio. Fans allein auf Facebook, klar die Nase vorn.

Die Tourismusbranche ist in den sozialen Medien angekommen.

Der Marktführer TUI nutzt alle genannten Social Media-Kanäle und hat insgesamt 3.165.913 Follower. Platz zwei belegt AIDA (auch alle Kanäle) mit immerhin 1.154.190 Fans. DER Touristik hat 55.722 Fans auf Facebook, Twitter, Instagram und Google+. FTI Touristik ist vierter auf der Liste mit 37.273 Fans auf Facebook, Twitter, Google+ und Youtube, dicht gefolgt von Alltours mit 33.599 Fans (FB, Instagram, Twitter, G+ und YT). Der deutsche Anbieter mit dem kleinsten digitalen Fußabdruck ist SchauinsLand Reisen. Die Reiseagentur hat nur 14.337 Fans.

Kontinuität durch Aktualität und Expertenstatus

Zwei der Anbieter nutzen Facebook jeweils mehrmals täglich und versorgen ihre Fans mit Neuigkeiten in Form von Posts: AIDA und TUI. Einzig SchauinsLand Reisen postet im Abstand von mehreren Tagen.

TUI Deutschland bietet seinen Fans das eindeutigste Beispiel dafür, seine Social Media-Kanäle mit unterschiedlichen Content zu bespielen: Die Posts der Facebook-Seite laden zur Interaktion mit den Fans ein, indem Fragen zu Urlaubsgewohnheiten (z.B: „Wo habt Ihr denn Euren schönsten Sonnenuntergang erlebt?“) gestellt werden. Twitter nutzen die Hannoveraner zum kommunizieren aktueller Angebote, die sich bequem in 140 Zeichen inklusive Link „verpacken“ lassen und zum retweeten gelungener Urlaubsfotos der Kunden. Der Google+ Kanal stellt den TUI-Blog in den Mittelpunkt der Posts und lässt unter anderem Mitarbeiter zu Wort kommen.

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Instagram wird von TUI, AIDA, Thomas Cook & Alltours genutzt. Der Instagram-Account von TUI Deutschland hat mehr als 28.500 Abonnenten. Mehr als 24.600 Follower hat der britische Anbieter Thomas Cook auf einem englischsprachigen, für mehrere Ländergesellschaften dienenden Kanal. Alltours dagegen folgen nur 270 Fans (Stand: September 2016). Die Möglichkeit, die eigenen Bilder zu „vertaggen“ ermöglicht den Unternehmen sich mit den Nutzern zu vernetzen.

Haben es „bunte Urlaubsbilder“ leichter, Likes zu bekommen?

Auf dem ersten Blick erscheint die Beantwortung der Frage einfach. Bilder, die die eigenen Sehnsüchte beflügeln, inspirieren eher zu einem „Gefällt mir“. Dennoch reicht es auch unter Reiseveranstaltern nicht aus, einfach nur schöne Fotos zu posten – ein kontinuierliches Engagement ist auch hier sehr gewünscht. Instagram bietet dafür einige schöne Beispiele.

Mit dem Hashtag #thomascook vertaggen die Instagram-Follower von Thomas Cook weltweit ihre Urlaubsbilder. Thomas Cook fordert seine Fans selber regelmäßig zum Vertaggen auf und schöpft somit aus dem kreativen Potential seiner Follower, um immer wieder neuen Content für den eigenen unternehmenseigenen Instagram-Account zu generieren.

thomascook
Aber wie ergeht es den lokalen Reiseveranstaltungen auf diesem zunehmend digitalisierten Markt?

Das Reisebüro von Nebenan: Das First Reisebüro Dormagen

Sucht man auf Facebook nach dem Stichwort Reisebüro, so erscheint das First Reisebüro Dormagen weit oben in der Ergebnisliste. Kein Wunder – mit 1264 „Gefällt mir“-Angaben haben die Dormagener nicht nur eine hohe Anzahl an Fans, sondern auch viele positive Bewertungen in den Referenzen.

Das Unternehmen postet regelmäßig und scheut sich dabei auch nicht, den eigenen Chef zum Testimonial zu machen. Über verschiedene Apps auf der Facebook-Seite kann man nicht nur auf eine Buchungsfunktion zugreifen, sondern auch das Team kennenlernen – eine unaufdringliche, aber persönliche Note, die Nähe schafft.

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Wie aber sieht das Reisebüro selber die Nutzung sozialer Medien? Viele kundenseitige Anfragen kommen laut Inhaber Axel Güttler direkt über Facebook zu seinem Team auf den Schreibtisch. Man versuche aber auch, die Kunden durch aktive Ansprache auf die Facebook-Seite und die Möglichkeit, „Gefällt mir“ zu klicken, hinzuweisen. Einige Posts werden auch amplifiziert, das heißt mit Mediabudget hinterlegt und dadurch an eine größere Reichweite von Kunden ausgespielt.

Güttler bezeichnet die ausgegebene Summe aber als überschaubar. Weniger als 100 Euro haben er und sein Team in den letzten drei Jahren investiert. Grundsätzlich sei seine Facebook-Seite zwar zeitaufwändig, dafür aber kostenlos und wie ein zusätzliches Schaufenster für das Büro und aktuelle Angebote.

Fazit:

Auch die Tourismusbranche ist längt in den sozialen Medien angekommen und nutzt die vorhandenen Kanäle in unterschiedlich starker Ausprägung. Die dominierenden Plattformen sind dabei Facebook und Google+ – alle sieben der untersuchten umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland sind dort vertreten. Während AIDA, TUI Deutschland, Thomas Cook und DER Touristik ihre Fans regelmäßig (täglich bzw. alle zwei Tage) mit News versorgen, sind die Anbieter Alltours, Schauinsland Reisen und FTI Touristik weniger aktiv mit entsprechend niedrigeren Fan-Zahlen. Wie wichtig es ist User-Generated-Content in seine Marketingstrategie einzubinden, scheint jedoch von allen führenden Tourismusunternehmen verstanden worden zu sein.

Soziale Medien können auch sehr gut „im kleinen Rahmen“ eingesetzt werden, wie das Beispiel des Dormagener Reisebüros gezeigt hat. Aktualität, Interaktion mit den Kunden vor Ort und auf der Facebook-Seite, tragen entscheidend zum Erfolg bei. Der nächste Urlaub ist eben doch nur einen Mausklick entfernt.

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