Bei der KI-Transformation scheitern selten Algorithmen, sondern Erwartungen. Zukunftsmacher:innen drehen die Blickrichtung um: Erst kommen Akzeptanz und Kompetenz, dann die Automatisierung. So wird KI vom Fremdkörper zum Kollegen.

 

KI-Transformation beginnt nicht mit Technologie, sondern mit Menschen. Entscheidend ist nicht nur, welche Tools eingesetzt werden, sondern ob Teams den Nutzen verstehen, Vertrauen entwickeln und KI im Alltag wirklich anwenden.

 

Wenn der Nutzen sofort spürbar ist, kippt Skepsis in Zugkraft

Unsere Zukunftsmacher-Studie zeigt ein Muster, das man in jedem Werk, jedem Vertrieb und jedem Service-Team wiedererkennt: KI setzt sich dort durch, wo sie entlastet. Schon ein scheinbar kleiner Schritt kann eine große Wirkung auf die Unternehmenskultur haben.

Bei der Hörmann Gruppe hat beispielsweise ein Assistent Meeting Notes automatisch erstellt, strukturiert und verteilt. Was erstmal unspektakulär klingt, wurde zum viralen Werkzeug, weil es den Alltag erleichtert hat: weniger Schreibarbeit, weniger Abstimmung, mehr Klarheit. Genau diese Einfachheit öffnet die Tür für anspruchsvollere KI-Vorhaben.

 

Enablement ist keine Option, sondern Voraussetzung

People First“ zeigt sich in unserer Studie als klarer Erfolgsfaktor der KI-Transformation: Ohne Vertrauen und Kompetenzen bleibt Technologie wirkungslos. Deshalb investieren Vorreiter:innen systematisch in AI Literacy, Peer Learning, Communities und Praxisformate. Sie bauen Academies auf, definieren Rollenprofile und verankern Lernen direkt mit der Arbeit an konkreten Anwendungsfällen.

Wie ernst das genommen wird, zeigt Webasto: Ein umfassendes Enablement-Programm macht Lernpfade für alle zugänglich – vom Produktionsmitarbeiter bis zum Vertrieb. Das Ergebnis ist nicht nur theoretisches Wissen, sondern eine breite Readiness, die dafür sorgt, dass Pilotprojekte wirklich im Unternehmen ankommen.

 

Neue Rollen bringen KI in die Praxis

KI-Transformation braucht Menschen, die klar Verantwortung übernehmen. Unsere Studie nennt Rollenprofile wie Product Owner AI, Prompt Engineer und Data Steward. So wird aus „jemand müsste sich kümmern“ ein funktionierendes System für Umsetzung, Datenpflege und Qualitätssicherung.

 

Führung schafft Rhythmus, nicht nur Ansagen

Besonders wirksam sind Formate, die KI sichtbar machen und ins Gespräch bringen. Reifenhäuser arbeitet beispielsweise mit einem KI-Board, Ambassador-Programmen und regelmäßigen AI-Erfahrungsberichten, um Wissen zu verbreiten. Auch einfache Formate wie gemeinsame Sessions im Werk oder Pizza-Meetings zahlen auf diesen Effekt ein: Sie schaffen Nähe, Verständnis und Beteiligung.

 

Der unterschätzte Kostentreiber heißt Kommunikation

Ein Satz aus der Studie wirkt wie ein Warnschild an der Werkstür: „Wir haben den Kommunikationsaufwand unterschätzt.“ Ohne aktives Lernen und kontinuierlichen Dialog scheitert jede KI-Transformation. Wer das früh akzeptiert, plant Enablement nicht als Begleitmusik, sondern als Kernbudget.

 

Drei Prüfsteine für „People First“

Fragen Sie nicht zuerst nach dem nächsten Tool. Fragen Sie nach Anschlussfähigkeit:

  • Haben Teams einen ersten, spürbaren Entlastungs-Use Case im Alltag?

  • Gibt es Lernpfade und Praxisformate, die an realen Fällen hängen?

  • Sind Rollen und Verantwortlichkeiten so definiert, dass Qualität, Sicherheit und Nutzen nicht am Engagement Einzelner hängen?


So wird „People First“ vom netten Motto zum entscheidenden Beschleuniger der KI-Transformation.

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